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Chance für eine transparente und faire Grundsteuer in Sachsen verpasst

15.07.2020

Chance für eine transparente und faire Grundsteuer in Sachsen verpasst

Ho­busch: Mit­nah­me­ef­fek­te und Stop­fen von Haus­halts­lö­chern in den Kom­mu­nen zu be­fürch­ten

Der Prä­si­dent von Haus & Grund Sach­sen, René Ho­busch, hat die am Diens­tag von der Lan­des­re­gie­rung vor­ge­stell­ten Grund­steu­er­plä­ne kri­ti­siert: „Im Grun­de hat sich der Frei­staat auf das Scholz-Mo­dell ver­stän­digt. Der Ver­such, mit ei­ner ab­wei­chen­den Steu­er­mess­zahl für Woh­nen und Ge­wer­be die dro­hen­den Er­hö­hun­gen ins­be­son­de­re im Wohn­be­reich ab­zu­wen­den, kann als un­taug­lich be­zeich­net wer­den. Die zu­künf­ti­ge Er­he­bung der Grund­steu­er in ei­nem Wer­te­ver­fah­ren bleibt wei­ter in­trans­pa­rent und wird vor al­lem zu Steu­er­er­hö­hun­gen bei selbst­ge­nutz­tem Wohn­ei­gen­tum füh­ren. Ob das Ziel er­reicht wird, dass Mie­ter nicht stär­ker be­las­tet wer­den, hängt zu­dem er­heb­lich da­von ab, ob die Kom­mu­nen ihre He­be­sät­ze an das neue säch­si­sche Mo­dell an­pas­sen. An­ge­sichts der pre­kä­ren Haus­halts­si­tua­ti­on in den Ge­mein­den be­steht die Ge­fahr, dass Mit­nah­me­ef­fek­te ge­wollt sind und zum Stop­fen kom­mu­na­ler Haus­halts­lö­cher ge­nutzt wer­den“.

Be­reits am Mon­tag hat­te der Prä­si­dent der pri­va­ten säch­si­schen Ver­mie­ter in ei­nem Ge­spräch mit Fi­nanz­mi­nis­ter Vor­jo­hann (CDU) be­dau­ert, dass „er sei­ne hohe Fach­kom­pe­tenz in den vor­aus­ge­gan­ge­nen Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen Ende 2019 nicht stär­ker durch­set­zen konn­te und die säch­si­sche CDU dem Drän­gen von SPD und Bünd­nis 90/​Grü­ne nach ei­nem wer­te­ori­en­tier­ten Mo­dell nach­ge­ge­ben hat“. Ho­busch for­der­te den Mi­nis­ter auf, am Ge­setz­ent­wurf noch ein­mal nach­zu­ar­bei­ten. „Der aus dem Scholz-Mo­dell her­rüh­ren­de Steu­er­bo­nus für Ge­nos­sen­schaf­ten, kom­mu­na­le Ver­mie­ter und So­zi­al­woh­nun­gen ist ge­gen­über pri­va­ten Ver­mie­tern un­ge­recht und in kei­ner Wei­se be­grün­det“.

Er­he­bun­gen des sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes ha­ben erst im ver­gan­ge­nen Jahr be­stä­tigt, dass pri­va­te Klein­ver­mie­ter wäh­rend des lau­fen­den Miet­ver­hält­nis­ses am we­nigs­ten von Er­hö­hungs­mög­lich­kei­ten Ge­brauch ma­chen. „Un­se­re Mit­glie­der tra­gen am stärks­ten zu ei­nem so­zia­len und aus­ge­wo­ge­nen Woh­nungs­markt bei. Mit der Schlech­ter­be­hand­lung wer­den sie mit in­sti­tu­tio­nel­len Ver­mie­tern und gro­ßen Wohn­kon­zer­nen uni­so­no in ei­nen Topf ge­wor­fen. Noch be­steht die Mög­lich­keit, die­ses fal­sche Bild zu kor­ri­gie­ren und dem ver­ant­wor­tungs­vol­len Han­deln pri­va­ter Ver­mie­ter ein stück­weit ent­ge­gen zu kom­men“.

Haus & Grund Sachsen

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